Eisenhüttenverein Mägdesprung Carl Bischof e.V.
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Carl Andreas Bischof (1812 - 1884)

Bergrat Carl Andreas Bischof

Carl Andreas Bischof wurde am 04.06.1812 als 6. von 10 Kindern in Bad Dürrenberg geboren.

Denkmal in Bad Dürrenberg

Sein Vater war der Salinendirektor Johann Andreas Bischof (1765 – 1832), seine Mutter war Auguste Erdmute Rinkleben (1776 – 1831) aus Bad Dürrenberg. Der Vater hatte sich viele Verdienste für die Stadt Bad Dürrenberg und die dortige Saline erworben. An ihn erinnert ein Grabmal, das sein Sohn errichten ließ. Carl Bischof war als Hüttenmeister an seiner damaligen Wirkungsstätte, der Gräflich Einsiedel`schen Eisenhütte zu Lauchhammer, mit dem Eisenkunstguss vertraut. Er hat den neogotischen Baldachin in der Werkstatt Carl Friedrich Schinkels in Berlin entwerfen und etwa 1835 in Lauchhammer gießen lassen. 2010 konnte das inzwischen stark beschädigte Denkmal durch Initiative des Heimatbundes Bad Dürrenberg, nach einem teilweisen Nachguss in der Eisengießerei Lauchhammer, wieder in alter Schönheit neu entstehen.

Carl Bischof studierte 1829 und 1830 in Berlin Chemie, Physik und Geologie. Danach war er als Hüttenverwalter in den Gräflich Einsiedel´schen Eisenhüttenwerken zu Lauchhammer tätig. Dort arbeitete er mit dem bekannten Oberfaktor Johann Friedrich TrautscholdJohann Friedrich Trautschold (1773-1842), Oberfaktor (kaufmännischer Beamter oder Offziant) der gräfl. von Einsiedel`schen Eisenwerke zu Lauchhammer, Gröditz, Burghammer und Berggießhübel, Förderer des plastischen Eisengusses in Lauchhammer, enge Zusammenarbeit mit Daniel Rauch, Ernst Rietschel u. a. (Rietschel {1804-1861} heiratete Trautscholds Tochter Albertine, er schuf u.a. das berühmte Luther- bzw. Reformationsdenkmal in Worms, dessen Teile in Lauchhammer gegossen und das erst nach dem Tode Rietschels 1868 eingeweiht wurde) zusammen und entwickelte einen Gasentwicklungsofen zur Erzeugung von Torfgas, den ersten Gasgenerator überhaupt, mit dem er klare Flammen und höchste Hitze erreichte und sowohl das PuddelnDas Puddelverfahren ist ein Verfahren zur Herstellung von Stahl aus Roheisen. Im Puddelverfahren erzeugtes schmiedbares Eisen heißt auch Schmiedeeisen, auf Englisch "wrought iron", wenn dieses Material härtbar ist, heißt es auch Schmiedestahl. Beim Puddeln wird das Roheisen in den großen Pfannen (englisch "puddle" = Pfütze) eines Puddelofens geschmolzen und dann mit langen Stangen durchgerührt (puddled), um unter häufigem Umrühren (Zufuhr von Luftsauerstoff) den Kohlenstoffgehalt zu verringern. [4] wie das Schmieden des Eisens günstig durchführen konnte[1]. Da die Ergebnisse recht erfolgreich waren, ermunterte ihn Professor MitscherlichEilhard Mitscherlich war Professor für Chemie an der Friedrich-Wilhelm-Universität und Mitglied der Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften.[4] zu weiteren Studien, die er dann 1839 ebenfalls an der Berliner Universität absolvierte.

1841 ging Bischof für einige Wochen in die Schwäbischen Hüttenwerke in Wasseralfingen, um bei Faber du FaurAchilles Christian Wilhelm von Faber du Faur (1786 - 1855) war der Leiter des Hüttenwerkes Wasseralfingen und maßgeblich an der Entwicklung von gichtgasbetriebenen Eisenfrischanlagen, Kupolöfen, Gasschweißöfen und Winderhitzern beteiligt [4]. die Ausnutzung der Gichtgase zu studieren.

Zurück in Lauchhammer, gelang ihm 1842 das Emaillieren eiserner Geschirre mit Gasfeuerung und im Herbst 1843 übergab er dem Geheimen Bergrat Eckardt in Berlin den ersten mit Gas geheizten Ofen für ein Arbeiterlokal[1].

Straßenlaterne am Schloss Charlottenburg in Berlin

Ohne dass er selbst unmittelbar daran beteiligt gewesen wäre, verbesserten die von ihm entwickelten Gasgeneratoren die Versorgung der Gaslaternen mit Brenngas. Die ersten Gaslaternen, die sog. Camberwell-Laternen, umgerüstete Öllaternen auf gusseisernen Dreier-Bündelpfeiler-Masten im Stil der englischen Neugotik, wurden 1826 in Berlin eingeführt. Gaslicht zur Beleuchtung von Straßen und Fabriken gewann rasch erhebliche Bedeutung für die beginnende Industrialisierung Preußens und für seine schnell wachsende Hauptstadt[4]. Gaslaternen wurden für die deutschen Eisenhütten zu einem wichtigen Produkt, das die Stadtbilder belebte und verschönerte.

1843 veröffentlichte Bischof im Archiv für Mineralogie, Geognosie, Bergbau und Hüttenkunde den Aufsatz "Bedeutung roher Brennmaterialien bei der Eisenfabrikation", der ihn in Fachkreisen bekannt machte. Zur gleichen Zeit konstruierte und baute er in Lauchhammer einen KellenbrennofenIn einem Kellenbrennofen werden die Gase des Kupolofens mit Luft verbrannt. Er dient zum Erhitzen des Roheisens, bevor dieses dem Kupolofen zugesetzt wird. Bischof beschreibt Aufbau und Wirkungsweise in [5]. In Lauchhammer konnten damit auch die Lehmkerne für die Gießerei gebrannt werden, was zu erheblichen Einsparungen von Brennmaterial führte. , mit dem er beträchtliche Brennstoffmengen einsparen konnte.

Auf Anordnung des Preußischen Finanzministeriums nahm er im Herbst 1843 Puddelversuche mit Torfgas in der Königlich Preußischen Eisenspalterei Neustadt-EberswaldeIn der Alten Nationalgalerie Berlin hängt das berühmte Gemälde "Walzwerk Neustadt-Eberswalde" von Carl Blechen, 1830 (s. www.kunstkopie.de/a/blechen-karl-eduard-ferdi/walzwerkneustadt-ebersw.html) auf. Dabei baute er einen verbesserten Gasentwicklungsofen. Vorher hatte er seine etwa 12jährige Tätigkeit in Lauchhammer beendet. Während der Versuche in Neustadt-Eberwalde erkrankte er erstmals für längere Zeit an dem Nervenfieber, das ihm später noch stark zusetzen sollte.

1844 wurde Bischof an die Königlich Preußische Eisengießerei Berlin berufen, um dort Versuche zum Umschmelzen des Roheisens durchzuführen. Diese Versuche währten aber nur kurze Zeit, denn mit Erlass vom 22.02.1844 berief Herzog Alexander Carl von Anhalt-Bernburg den inzwischen in Fachkreisen sehr bekannten und anerkannten Hüttenfachmann in den Harz und ernannte ihn zum Hüttenmeister der Herzoglichen Eisenhütte Mägdesprung und zum Mitglied der Herzoglichen Eisenhüttenkommission. Am 1. April 1844 trat er seine neue Stellung an. Er folgte im Amt dem bisherigen Hüttenmeister Carl Zincken jun., der als Hüttenmeister an die Eisengießerei Bernburg versetzt wurde.
Im gleichen Jahr veröffentlichte Bischof seine bisherigen Erfahrungen mit dem Gasgenerator in der Berg- und Hüttenmännischen Zeitung 1844 (s. Quelle [5]). In der Einleitung zu dieser Veröffentlichung äußert Bischof Ansichten, die heute, angesichts der stetigen Verknappung unserer Ressourcen, durchaus modern anmuten: "Der nachstehende Aufsaz betrifft einen in neuerer Zeit vielfach besprochenen Gegenstand und eine Reihe von Versuchen über denselben, die von mir auf verschiedenen Hüttenwerken angestellt worden sind. Von Unkundigen ist dieser Gegenstand vielfach angefochten und, aus leicht begreiflichen Gründen, im falschen Licht erschienen. Anstatt nämlich bei der Köhlerei, der Verkohkung und den bisher üblichen Feuerungsanlagen so enorme Mengen Brennstoff undankbar zu verschwenden, sollten wir doch das, was die Natur uns noch so reichlich bietet, naturgerecht zu unserm Bedarf verbrauchen und weniger Geld für den Ankauf fremder Steinkohlen verausgaben, da man bei vielen technischen Einrichtungen mit der Nuzung inländischer Materialien vielseitig besser bestehen würde. Müssen wir Deutschen doch einmal durch Mühsamkeit und Studium zu ersezen suchen, was anderen Nationen von der Natur oft reichlicher gegeben ist, so werden wir um so mehr Nuzen aus der richtigeren Verwendung der Brennmaterialien ziehen können, da die Art und Weise dieser Nuzung so ungemein einfach und wissenschaftlich die richtigste ist."[5]
Auch in anderer Art und Weise versuchte wohl Bischof Nutzen aus den Brennmaterialien zu ziehen: Zu Beginn des 19 Jahrhunderts begann "der Boom der Braunkohle", wie man heute sagen würde. Männer mit Unternehmungsgeist machten sich dies zunutze und wurden in Mitteldeutschland reich und mächtig, wie beispielsweise Carl Adolph Riebeck, der es vom Pochjungen auf der Grube Albertine in Harzgerode zum "Braunkohlenbaron", bzw. zum "Millionär von Halle" brachte. Bischof, der die Gegend um Nachterstedt gut kannte, da seine Frau aus Frose stammte, erhielt nach MutungEine Mutung war bis ins 19. Jahrhundert ein Antrag eines bergbauwilligen Unternehmers (auch Muter genannt) bei einer Bergbaubehörde auf die Bewilligung einer Genehmigung zum Bergbau. Voraussetzung für eine erfolgreiche Mutung war der Nachweis, dass das geplante Bergwerk fündig war.[4] auf Braunkohle 1850 die Schürfrechte für die Gruben "Emilie Auguste" und "Marie Auguste". Der Abbau der Braunkohle, die in der Grube "Emilie Auguste" eine Mächtigkeit von 24 m unter einer Deckschicht von 35 m erreichte, sollte im Tiefbau erfolgen. Schwimmsand- und Wasserdurchbrüche machten jedoch das Niederbringen eines eisernen Senkrechtschachtes unmöglich, so dass die Versuche schließlich eingestellt wurden. Bischof verkaufte 1853 die Gruben unter ziemlichen Verlusten an ein Konsortium. Nach [1] wurde dieser Entschluss wohl auch durch die Absicht des Ministeriums beeinflusst, auch die Nachterstedter Kohlen, wie zuvor die Kohlen bei Frose, als Zukunftsreserve liegen zu lassen.
1848, nach dem Ausscheiden des bisherigen Direktors Johann Ludwig Carl Zincken, übernahm Carl Bischof die Gesamtleitung der Eisenhütte Mägdesprung mit Maschinenfabrik, deren Leiter damals der Maschinenmeister Dr. Theodor Lüders war. Die Anhaltische Regierung betraute ihn mit den Aufgaben eines Oberbergrates, ohne dass er diesen Titel erhielt, und berief ihn 1850 als Mitglied in das Herzogliche Bergamt Harzgerode, nachdem dieses aus der Herzoglichen Bergwerks- und Hüttenkommission entstanden war.
Bei der Verwaltung der Hütte zeigte er sich als gewandter, moderner Ingenieur [1], der durch seinen Gerechtigkeitssinn bei der Belegschaft wesentlich beliebter war als sein Vorgänger. Sein soziales Engagement kam u.a. darin zum Ausdruck, dass er 1853 eine Kochanstalt für die Beköstigung der Belegschaft in Mägdesprung einrichtete.
Auf der Londoner Weltausstellung 1851 erregte Bischofs Modell eines Gaspuddel-ofens größtes Aufsehen, war doch der Gasofenbetrieb in England noch nahezu unbekannt, währen er in Deutschland rasch Eingang gefunden hat.[1]
1855 übernahm nach [3] die Familie Bischof die Wohnung des ausgeschiedenen Direktors Zincken im Direktorenwohnhaus und dessen bisher genutzte Gärten; und zwar den zwischen Wohnhaus und Kohlenschuppen und den hinter dem Obelisk mit dem Gartenhaus, in dem sich damals noch die wertvolle Mineraliensammlung Zinckens befunden haben muss.
In dieser Zeit war Carl Bischof durch sein Wirken im Anhaltischen Berg- und Hüttenwesen, seine wissenschaftlichen Arbeiten und seine Veröffentlichungen eigentlich auf dem Höhepunkt seines Berufslebens. Er war, aufgrund seiner Kontakte zur Berliner Universität, Ehrenmitglied der Akademischen Vereinigung HÜTTE, die sich am 26. Mai 1846 in Berlin gegründet hatte. Diese studentische Vereinigung wollte auch ausgebildete Ingenieure und Praktiker an sich binden. So entstand, wohl auf Anregung durch Friedrich EulerFriedrich Karl Euler (1823-1891) war Ingenieur, Hüttenmeister und Direktor im, später so genannten, Eisenwerk Kaiserslautern. Neben seiner beruflichen Tätigkeit hatte sich Euler schon in seiner Studienzeit und dann auch als junger Ingenieur tatkräftig an der Gründung zweier Vereinigungen beteiligt, der "Hütte" und des "Vereines Deutscher Ingenieure". Mit jugendlicher Begeisterung hatte er sich an die Spitze seiner Studiengenossen am Gewerbeinstitut in Berlin gestellt, als diese 1846 einen "Verein der Zöglinge des Königlichen Gewerbeinstitutes" gründeten, der ein Jahr später den Namen "Hütte" erhielt und sich der Pflege der technischen Wissenschaften und der freundschaftlichen Geselligkeit widmete. Aus: www.deutsche-biographie.de/sfz13859.html , die Idee, einen Ingenieurverein zu gründen.

Carl Bischof nahm, nach [7], diesbezüglich Kontakt mit Franz GrashofFranz Carl Ludwig Grashof (1826- 1893), Professor der theoretischen Maschinenlehre an der Technischen Universität Karlsruhe und von 1867 – 1886 deren Direktor. Ab 1844 studierte er am Königlichen Gewerbeinstitut in Berlin, konnte aber wegen Militärdienst sein Examen erst 1854 ablegen. Danach lehrte er am Gewerbeinstitut und war im Nebenamt Direktor des Eichamtes. G. war Mitbegründer und dann Außerordentliches Ehrenmitglied der HÜTTE. Ab 1863 lehrte er in Karlsruhe. Aus: http://ka.stadtwiki.net/Franz_Grashof auf und schrieb 1855 in einem Brief An Herrn Grashof, Berlin: "Das Alexisbad wäre wohl ein passender Ort für die Ingenieurversammlung."Nach [7] stammt diese Information aus einer handschriftlichen Notiz Bischofs im Anhaltischen Staatsarchiv Zerbst, das heute teilweise im Landeshauptarchiv Dessau lagert. Ob die Notiz noch vorhanden ist, oder im Krieg verloren ging, ist nicht bekannt. Dieser Vorschlag wurde angenommen, wohl auch, weil das kleine Fürstentum Anhalt-Bernburg im damals politisch zerrissenen Deutschland eine einigermaßen neutrale Position einnahm und die landschaftliche Schönheit des Selketals einen zusätzlichen Anreiz bot. Im Mai 1856 trafen sich also zum 10. Jahrestag der HÜTTE 120 Mitglieder in Halberstadt. Da sich damals Herzog Alexander Carl von Anhalt-Bernburg noch der Eisenbahn verweigerte, endete die Eisenbahn in Halberstadt. Von dort aus fuhren die 120 Mitglieder in geschmückten Leiterwagen nach Alexisbad. Man kann sich vorstellen, dass die Fahrt 120 junger Männer durchaus lustig gewesen sein wird. Unterwegs wurde noch weiter am Statut des zukünftigen Vereins gearbeitet.

Am Nachmittag des 12. Mai 1856 wurde in Alexisbad der "Verein Deutscher Ingenieure" (VDI) gegründet und das "Leiterwagenstatut" angenommen. Franz Grashof wurde als erster Direktor und Schriftführer gewählt. 23 Mitglieder unterschrieben als Gründungsmitglieder das Gründungsprotokoll, darunter auch Carl Bischof an 7. Stelle.

1858 bot man dem Hüttenmeister Carl Bischof den Vorsitz des VDI an, der aber mit Hinweis auf den verkehrstechnisch ungünstigen Standort seines Heimatortes Mägdesprung und wegen seines Gesundheitszustandes ablehnte.

VDI-Denkmal

1931, zum 75. Gründungsjubiläum, wurde in Alexisbad das VDI-Denkmal eingeweiht. Es zeigt einen jungen Ingenieur auf einem Doppel-T-Träger und trägt alle Namen der Gründungsmitglieder. In DDR-Zeiten musste das Denkmal einem Hotelneubau weichen und wurde eingelagert. Nach Verhandlungen des VDI mit der DDR-Regierung wurde es 1981 nach Düsseldorf überführt und steht heute am neuen VDI-Haus in der VDI-Straße 1.
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde 1993 durch den VDI in Alexisbad eine Granit-Stele aufgestellt, die an den Gründungsort und das VDI-Denkmal erinnern soll. Der VDI ist heute die größte Ingenieursvereinigung der Welt und hat über 140.000 Mitglieder.

Carl Bischof hat seine Erfahrungen und Erkenntnisse in einer Vielzahl von VeröffentlichungenBei Internetrecherchen stellt man immer wieder fest, dass "unserem" Carl Bischof Publikationen zugeordnet werden, die er nicht verfasst hat. So z.B. eine Vielzahl von Veröffentlichungen über "Feuerfeste Thone…", die von Prof. Dr. Carl Bischof, einem Chemiker und Zeitgenossen "unseres" Carl Bischofs stammen, der in Ehrenbreitstein am Rhein wohnte. Sogar Publikationen eines Urologen Carl Bischof findet man unter seinem Namen. Beispiele in [4]( http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Bischof) und [8]. niedergelegt. Die bedeutendsten sind:

In einem dieser Artikel beschrieb er nach [1] bspw. die "Standardbeschickung" des Mägdesprunger Hochofens um 1853:

Diese Beschickung habe fast ununterbrochen kristalline Schlacken besonderer Schönheit hervorgebracht, von denen sich Bischof eine Sammlung von Belegstücken anlegte [1],
über deren Verbleib wir keine Informationen haben. Wenn man Glück hat, findet man auf den alten Schlackenhalden noch solche schönen Stücke.

Ein Petrefakte-Beispiel aus der Dessauer Sammlung (mit Ordnungsnummern des Museums)

Carl Andreas Bischof sammelte in den Jahren seiner Berufstätigkeit ständig PetrefaktePetrefakte: Alte Bezeichnung für Fossilien in den nahe gelegenen Steinbrüchen am Schneckenberg und am Scherenstieg, in denen der Kalk für
den Hochofen gewonnen wurde, im Plattenschieferbruch von Mägdesprung und in anderen Harz-Aufschlüssen. Die Fossilien aus dem Erdaltertum wurden von Professor GiebelChristian Gottfried Andreas Giebel (* 13. September 1820 in Quedlinburg; † 14. November 1881 in Halle /Saale) war ein deutscher Zoologe und Paläontologe. 1858 wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt. Er war ordentlicher Professor der Zoologie an der Universität Halle und Direktor des Zoologischen Museums. Damit änderte sich auch sein Interessengebiet, hatte er sich vorher mit ausgestorbenen Tieren beschäftigt, wandte er sich nun den lebenden Tieren zu.[4] und
Bergrat RoemerFriedrich Adolph Roemer (* 14. April 1809 in Hildesheim; † 25. November 1869 in Clausthal) war ein deutscher Geologe, Botaniker und Jurist. Er leitete als Bergrat die Bergschule Clausthal und wandelte sie in die Bergakademie Clausthal um, die später zur Technischen Universität Clausthal wurde.[4] wissenschaftlich bearbeitet und beschrieben. Mindestens acht Fossilien-Arten wurden nach C.A. Bischof benannt: Die Trilobiten Harpes bischofi (Roemer) und Bronteus bischofi (Giebel), die Schnecke Capulus bischofi (Roemer), die Brachiopoden Terebratula bischofi (Roemer), Spirifer bischofi (Giebel), Orbicula bischofi (Roemer) und Leptaena bischofi (Roemer) sowie das Moostierchen Fenestella bischofi (Roemer). Giebel veröffentlichte die Ergebnisse seiner Untersuchungen 1858 in der Monografie "Die silurische Fauna des Unterharzes" und veröffentlichte sie in der "Zeitschrift für die gesammten Naturwissenschaften", der Zeitschrift der "Naturwissenschaftlichen Vereinigung für Sachsen und Thüringen" in Halle, der Giebel vorstand. Über 310 Fossilien aus Mägdesprung und Umgebung, die C. A. Bischof in den Jahren seiner Berufstätigkeit sammelte und von denen er jedes einzeln sorgfältig beschriftete und etikettierte, sind heute in der geologischen Sammlung des Museums für Naturkunde und Vorgeschichte Dessau erhalten. 1864 überzeugte C. A. Bischof den Herzog Leopold IV. Friedrich von Anhalt (1817 – 1871), eine Herzogliche Anhaltische Geologische Sammlung anzulegen, der er 1865 seine geologische Privatsammlung überließ, die er 1865 erstmals der Öffentlichkeit in einer Ausstellung präsentierte. Heute sind im Museum für Naturkunde und Vorgeschichte in Dessau-Roßlau über 2.200 Fossilien, Gesteine und Mineralien der ehemaligen Herzoglichen Anhaltischen Geologischen Sammlung erhalten, die später in Anhaltische Geologische Landessammlung umbenannt wurde. Im Museum für Naturkunde und Vorgeschichte Dessau wird im April 2012 der geologische Abschnitt der Ausstellung "800 Jahre Anhalt" eröffnet. Ein großer Teil dieser Ausstellung ist der Sammlung Carl Bischofs gewidmet, die damit nach fast 150 Jahren wieder öffentlich gezeigt wird. (Nach [1] und [9])

Carl Andreas Bischof heiratete am 14.3.1847 die Tochter des Pastors Focke aus Frose, Auguste Frieda Wilhelmine Focke (*14.12.1828 in Frose, †1.2.1890 in Dresden, Bautzener Straße 68). Ihnen wurden 5 Kinder geboren: Marie Anna Auguste (5.3.1849); Carl Albert (15.10.1850); Alwine Agnes Leontine (15.9.1852); Max OttoMax Otto Bischof (1854- 1928) war Architektur-Professor und Stadtbaudirektor in Leipzig. Im vornehmsten Wohnviertel der Stadt Leipzig, in Raschwitz-Markleeberg, besaß er eines der berühmten "Raschwitzer Herrenhäuser", das 1901 von ihm erbaut wurde (Lößniger Straße 2) [4], [10] (16.8.1854); Alexis FriedrichFriedrich Alexis Bischof (1857 – 1922) war Gründer der A. Bischof AG in Coswig und später Mitinhaber der Anhaltischen Zündholzfabrik Meintz & Bischof Coswig/Anhalt, die 1921 durch Verkauf in der Fa. Stahl & Nölke AG in Kassel aufging.
Dessen Sohn Friedrich Bischof (* 26. Februar 1891 in Coswig in Anhalt; † 24. Mai 1941 in Berlin) war ein deutscher Chemiker, Vorstandsmitglied der Deutschen Zündholzfabriken AG und Anhaltischer Landtagsabgeordneter. 1891 erhielt er eine Konzession zur Errichtung einer Sprengstofffabrik in Coswig, die er noch im gleichen Jahr auf die in Düsseldorf neu gegründete WASAG übertragen ließ. [4]
(19.1.1857)2 [10]
Carl Bischof litt viele Jahre seines Lebens an nervösen Kopfschmerzen, die er selbst auf das Einatmen von Kohlenoxiden, die bei seinen Gasversuchen entstanden, zurückführte. Wie schon erwähnt, erkrankte er daran erstmals ernsthaft 1843. Als die gesundheitlichen Beschwerden immer belastender wurden, bat er 1860 um seine Pensionierung, die ihm aber nicht sofort gewährt wurde. Auch ein dreimonatiger Kuraufenthalt 1861 in Hofgastein und danach an der Nordsee, brachte für seine Leiden keine wesentliche Besserung. Schließlich wurde seinem Antrag 1862 stattgegeben. Am 31.3.1863 wurde er, unter Verleihung des Titels Bergrat, in den Ruhestand versetzt.
Er musste seine Dienstwohnung in Mägdesprung räumen und zog mit seiner Familie nach Gernrode, kurz darauf nach Dessau. Dort wurde, wie schon erwähnt, auf seinen Antrag hin und mit seiner Hilfe die Herzogliche Geologische Landessammlung gegründet, für die dann 1869 das Ministerium Bischofs Privatsammlung aufkaufte, wodurch sich seine, bis dahin prekären, finanziellen Verhältnisse etwas verbesserten. Etwa 1870 zog er nach Halle und im Oktober 1879 nach Dresden, wo er am 23.6. 1884 in der Prießnitzstraße 51 verstarb. Über seine letzten Lebensjahre ist leider nichts bekannt. "Keine der Dresdener Zeitungen brachte eine Würdigung des Mannes, der als Erfinder der Gasgeneratorenfeuerung, die Grundlagen der modernen Wärmeerzeugung schuf, die den gewaltigen Aufschwung unseres Braunkohlenbergbaus, die Entstehung der großen Kraftwerke auf Braunkohlenbasis, die Erfindung der RegenerativfeuerungDie Regenerativfeuerung, auch Regenerativbeheizung genannt, wurde 1864 als energiesparende Variante der Stahlerzeugung eingeführt. Regenerare ist ein lateinisches Verb mit der Bedeutung" auffrischen, erholen, neu beleben". In der Wortzusammensetzung mit Feuerung verweist es auf wärmeerhaltende technische Anlagen und führt technikgeschichtlich in die Metallurgie.[4] und des Siemens-Martinofens erst ermöglichte". ( [1], geschrieben etwa 1935)
Das bedeutende Lebenswerk des Bergrates Carl Bischof veranlasste den Eisenhüttenverein Mägdesprung Carl Bischof e.V. ihn als Namensgeber zu wählen, um sein Andenken zu wahren und einen Bezug zum VDI herzustellen.

Anlässlich seines 200. Geburtstages im Jahre 2012 hat der Eisenhüttenverein Mägdesprung
Carl Bischof e.V. in der Reihe "Mägdesprunger Hefte" das Heft 5, "Carl Andreas Bischof" herausgebracht.

Quellen:
[1] Dr. Ing. Walther Fischer, Lebensbild von Carl Bischof, Dresden, etwa 1935
[2] Mathias Reichmann, die Harzer Eisenhütte unterm Mägdesprung, 2010 neu herausgegeben durch den Eisenhüttenverein Mägdesprung Carl Bischof e.V.
[3] Paul Schmidt, Die Geschichte der Eisenhütte unterm Mägdesprung, Harzgerode, 2008, herausgegeben vom Eisenhüttenverein Mägdesprung Carl Bischof e.V.
[4] Wikipedia, die freie Enzyklopädie
[5] Die indirecte aber höchste Nutzung der rohen Brennmaterialien, oder Umwandlung derselben in Gas und Nutzung dieses Gases zu Feuerungen jeder Art, namentlich zu metallurgischen Zweken; von Carl Bischof, Hüttenmeister in Mägdesprung. Aus Hartmann`s berg- und hüttenm. Zeitung 1844, Nr. 16, 18 und 19.; Digitalisiertes Polytechnisches Journal (http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj093/ar093112)
[6] Simone Trieder, Carl Adolph Riebeck – vom Bergjungen zum Industriellen, Mitteldeutsche Kulturhistorische Hefte, Nummer 5
[7] Paul Schmidt, Seesen, Warum wurde im Jahre 1856 Alexisbad im Harz Gründungsort für den Verein Deutscher Ingenieure A.V. HÜTTE e.V., Mitteilungen Nr. 15, 15. Februar 1953, S.24-25
[8] Fundstellen im Polytechnischen Journal http://dingler.culture.hu-berlin.de/person/pnd/117605077
[9] Informationen des Museums für Naturkunde und Vorgeschichte, Dessau
[10] Informationen von Rose Barbara Canditt, Marl

Bildnachweis:
Abb. 1 unbekannt (die vorliegende Kopie ließ Carl Horn noch vor 1945 anfertigen. Die Quelle ist nicht bekannt)
Abb. 2 aus www.heimatbund-bad-duerrenberg.de/bischofs_grabmal.html
Abb. 3 und 4 aus Wikipedia, die freie Enzyklopädie
Abb. 5 W. Ludwig



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