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Tiergruppe "Besiegter Hirsch" (2022)

Wie schon bei der 2015 erfolgten Restaurierung des Kaminstücks beschrieben, wurde die Skulpturengruppe „Besiegter Hirsch“ 1862 von Johann Heinrich Kureck im damals neu entwickelten Zinkgussverfahren geschaffen. Sie steht seitdem auf dem Hüttenplatz in Mägdesprung.

Soweit uns bekannt ist, gab es zwei spätere Nachgüsse: Einen, von dem wir nicht mehr genau wissen, wann er gegossen wurde. Er stand im Schlosspark von Meisdorf und wurde 1945 von den einmarschierenden Amerikanern aus Spaß zusammengeschossen. Übrig blieb der große Sockel, auf den später ein etwas unproportional wirkender, kleiner, ebenfalls in Mägdesprung gegossener, Rehbock gesetzt wurde.  Der zweite Nachguss erfolgte 1872 im Auftrag des Zweinaundorfer Gutbesitzers Friedrich Wilhelm Kelbe. Diese, damals inzwischen stark beschädigte Gruppe wurde 1984 von engagierten Bürgern vor der Verschrottung gerettet und restauriert. Sie steht heute vor dem Gasthof Zweinaundorf in Leipzig Mölkau.

1988/89 wurde die Mägdesprunger Hirschgruppe durch den VEB Gas- und Heizgerätewerk Mägdesprung, dem Nachfolger der alten Eisenhütte, einer dringend notwendig gewordenen Restaurierung unterzogen (frühere Restaurierungen sind nicht bekannt). Dabei wurde die damals offensichtlich stark verrostete Plinthe, eine gusseiserne Nachbildung eines stilisierten Waldbodens, auf dem die Gruppe stand, nicht wieder erneuert. Der sog. Plinthenrahmen wurde mit Beton ausgefüllt, auf den dann die Gruppe gestellt wurde. Dabei wurde das Profil der ursprünglichen Plinthe nicht sorgfältig genug ausgeglichen, so dass es in den Folgejahren zu Spannungen in der Skulptur kam, in deren Folge alle vier Hundepfoten, die fest mit dem Hirschkörper verbunden sind, abrissen und außerdem weitere Risse entstanden. Ebenso wurde der alte Sockel von 1862 nicht wieder wie ursprünglich ausgeführt, sondern durch einen neuen Sockel ersetzt, der dann mit profilierten, kleinen Granitplatten verblendet wurde.

Die entstandenen Risse und deutliche Oberflächenmängel, aber auch Schäden durch vandalistische Schandtaten, wie ein abgebrochener linker Vorderhuf des Hirschs und abgebrochene Enden an den Geweihstangen, machten nach nur 30 Jahren eine erneute Restaurierung notwendig. 2021 gelang es, dafür die Ostdeutsche Sparkassenstiftung als Hauptsponsor zu gewinnen. Sie übernahm auch dankenswerterweise die Neuanfertigung der fehlenden Plinthe. Als Hauptauftragnehmer wurde die Kunstschmiede Althammer in Leipzig durch den Eisenhüttenverein Mägdesprung beauftragt (Althammer war 1984 schon an der Restaurierung der Mölkauer Gruppe beteiligt). Die Modellierung der neuen Plinthe übernahm die Bildhauerwerkstatt Hoferick in Berlin, den Guss die Eisengießerei Lauchhammer.

Der neue Sockel für die Gruppe wurde durch den Bauhof der Stadt Harzgerode, mit Unterstützung durch die Fa. Schmelzer Harzgerode, errichtet. Bei dieser Gelegenheit wurde auch der Hüttenplatz in Mägdesprung durch den Bauhof neu gestaltet.

Am 24.8.2022 wurde die restaurierte Tiergruppe durch die Sparkasse Harz an den Verein übergeben. Frau Haferland, die Vereinsvorsitzende, dankte allen Sponsoren und Akteuren für ihre Unterstützung und die gute Arbeit. Die Kunstschmiede Althammer übergab eine ausführliche Dokumentation der Restaurierung.

Zustand A ab 1862: Erstes fotografisches Dokument der Gruppe. Im Vordergrund der Modelleur Johann Heinrich Kureck,. (1821-1889). Im Hintergrund die ehemalige Kutscherstube. Nach dem damaligen technischen Stand der Fotografie ist zu vermuten, dass das Foto um 1880, kurz vor Kurecks Pensionierung entstand.

Zustand B von 1989 bis 2021

Zustand C ab 2022: Bei der Restaurierung 2022 wurden die geschliffenen Granitplatten bei B (auf dem Sockel aufliegend) auch für C wiederverwendet.

Zustand A ab 1862
Zustand B von 1989 bis 2021
Zustand C ab 2022

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